FRAUEN* - SCHATTENGEWÄCHSE

Weibliche Komponistinnen sind in der heutigen Aufführungspraxis wenig sichtbar. Kaum je sieht man den Namen einer Komponistin in einem Konzertprogramm. Die heute aufgeführten Opern stammen fast ausschliesslich von männlichen Komponisten. Wenige kennen Lieder von Clara Schumann und Fanny Hensel. Dabei haben Frauen immer komponiert, selbst wenn gesellschaftliche Konstrukte ihr Schaffen erschwerten. Eine beachtliche Anzahl an Werken dokumentiert die Schöpfungskraft der Frauen. Doch bleibt uns die Vielfalt der weiblichen Perspektive vergangener Zeiten vorenthalten. Nur wenige Verlage vertreiben die Werke der unbekannteren Komponistinnen. 

Mit der Konzertreihe «Frauen*» führt der Verein Schmelzpunkt sozusagen die Frauenquote ein: ein spartenübergreifendes Projekt, welches komponierende Frauen ins Zentrum stellt. Künstlerisches Schaffen steht dabei immer im Zeichen der herrschenden Umstände einer Epoche und gewährt einen tiefen Einblick in gesellschaftspolitische Fragen. Uns interessieren vor allem die Entwicklung der Frauenrechtsbewegung und die Emanzipation der Frauen in der Musikgeschichte. 

 

Projekte wie «Frauen*» sind in der heutigen Zeit nicht nur wichtig, sondern nötig. Mehr Sichtbarkeit heisst mehr Chancengleichheit. In der ersten Ausgabe, die den Titel «Frauen* - Schattengewächse» trägt, beschäftigt sich das junge Kollektiv mit Frauen im Schatten von Männern und beschränkt sich vorerst auf das Lied Repertoire. Persönlichkeiten wie Alma Mahler, Clara Schumann und Fanny Hensel, aber auch unbekanntere Namen wie Frances Arkwritgh und Amy Beach werden in den Fokus gerückt. Drei Liedduopaare führen durch den Abend. Live abgemischte Visuals unterstützen die jeweiligen Stimmungen. Ebenfalls Teil der Aufführungen werden kurze Texte zu den Komponistinnen sein. Einen Abend lang soll ihr Schaffen und Leben sichtbar gemacht und gewürdigt werden.

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SWIPE - EINE PASTICCIO-OPER

Schmelzpunkt startete mit Vollgas ins neue Jahr. Nach der Gründung im November 2018 wurde der Fokus voll und ganz auf das bevorstehende Erstprojekt «SWIPE – eine Pasticcio Oper» gerichtet. Im Januar und Februar wurde konzipiert, geprobt und vor allem ausprobiert. Dabei waren bei der Erstproduktion alle Posten von Vorstandsmitgliedern besetzt: Regisseurin Meret Feigenwinter arbeitete Hand in Hand mit den Sängerinnen Serafina Giannoni, Julia Siegwart und Lara Liechti an der Inszenierung, Giuliano Palmas und Jules Aeschlimann zeigten sich verantwortlich für Bild und Ton und Roman Rieder übernahm die Projektleitung. Zusätzlich konnte Sandra Hamburger als Korrepetitorin und musikalische Leitung gewonnen werden.

Sowohl die Premiere vom 23. März 2019 als auch die darauffolgende Vorstellung waren ein Heimspiel. Zweimal durften wir im Winkel Luzern vor ausverkauften Rängen spielen. Das positive Feedback des Publikums war überwältigend. Besonders erfreulich war, wie viele junge Menschen den Weg in den Kulturkeller fanden. Knapp drei Wochen später wurde die Oper ins ONO Bern transportiert, wo nochmals zwei Vorstellungen über die Bühne gingen. Das Berner Kulturlokal platzte aus allen Nähten - beide Vorstellungen waren restlos ausverkauft. Die Mischung aus klassischer Musik und neuen Medien fand beim Publikum grossen Anklang. Alle vier Vorstellungen waren ausverkauft. Insgesamt sahen 247 Menschen das Spektakel über die Liebe und Beziehungsformen im einundzwanzigsten Jahrhundert.

SWIPE war in jeder Hinsicht ein «Match»! Wir nahmen uns mit diesem Projekt Grosses vor und wurden vor viele unerwartete Herausforderungen gestellt. Mit SWIPE wuchsen wir zu einem eingespielten Team zusammen, wobei alle von uns über sich hinausgewachsen sind. Wir haben uns als Verein bewiesen und konnten einen ersten Erfolg verbuchen. Erstmals wurde über Schmelzpunkt geredet, in verschiedenen Medien über uns berichtet und erstmals konnten wir Menschen mit unserer Arbeit berühren. Und eines ist sicher: SWIPE hat Lust auf mehr gemacht.

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© Fotos: Arthur Häberli

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